BLOG: Mit dem Auto durch Neuseeland

Neuseeland – das erste Ziel unserer Reise!

Kia ora – Hallo da!
Neuseeland – für Deutsche wortwörtlich das Ende der Welt.
Luftlinie Köln – Wellington: 18500 Kilometer! 
In diesem Beitrag sammeln wir einfach mal Alles rund um unsere Reise durch Neuseeland.
Route, Kosten, Unterkünfte, Flüge, Insider-Tipps – Hier findet ihr genau das sobald wir alles zusammengetragen haben!

Wir wussten lange Zeit nicht einmal wo wir überhaupt anfangen wollten.
Für uns beide stand fest, dass wir nicht in Europa bleiben würden. 
Australien war einer der ersten Gedanken aber diesen haben wir ebenso schnell wieder verworfen.
Zu heiß, zu gefährliche Tiere, zu teuer.
Ja Neuseeland ist auch teuer, dafür ist das Klima mild und die Natur bietet wirklich alles.
Von grünen Regenwäldern, die Seite an Seite neben riesigen, eisigen Gletschern wachsen, bis zu weißen Stränden mit klarem Wasser, zu hohen sandigen Dünen, über Berge mit türkisen Seen, entlang an steinigen Klippen zu den Fjorden.
Neuseeland sollte es also werden. Für den Anfang.

Zu einer langen Reise gehört unweigerlich auch etwas Planung. 
Wie bereits erwähnt sind wir eher der spontane Typ und finden, dass Planung dem Reisen irgendwie die Freiheit nimmt. Ganz ohne geht es aber einfach nicht.

 Wir sind angekommen!

Endlich – wir sind da!
Sonntag Morgen um 10 Uhr ging es los: mit dem Auto (ja wir wurden von Mami und Papi bis zum Flughafen kutschiert) nach Frankfurt am Main. 
Da wir unsere Flugtickets bei Air New Zealand gebucht hatten, konnten wir leider bei unserem ersten Flug mit Lufthansa keine Plätze im voraus reservieren. 
14:00 Uhr – wir checkten ein und mussten uns mit den vorletzten Plätzen nebeneinander (zum Glück) in der Mitte des gesamten Flugzeugs zufrieden geben. 
10 1/2 Stunden zwischen wildfremden Menschen im größten Passagierflugzeug der Welt. Abenteuerlich. 
Um 5 Uhr morgens deutscher Zeit landete unser Flugzeug in Shanghai. 
Wir waren zum ersten Mal auf chinesischem Boden! Komisches Gefühl, da wir aber bloß am Flughafen saßen irgendwie doch nicht so real. 
Egal – 4 Stunden bis zum nächsten Flug.
Also ging es erneut durch den Security Check und dann ab zum Gate. 
Unser Name wurde aufgerufen und wir wurden zum Schalter gebeten – etwas mit unserem Gepäck stimmte nicht. 
Der freundliche Chinese forderte uns auf ihm unsere Zahlenschloss-Kombination zu geben, damit das Personal unsere Taschen gründlich durchsuchen konnte. 
Wir hatten keine Wahl und befürchteten, dass uns die Einreise verboten werden würde.
Das sollte es mit der Aufregung aber noch nicht gewesen sein.
In Auckland (unserem nächsten Ziel) hatte es in der Nacht zuvor einen Zwischenfall mit irgendwelchen Leitungen gegeben und unser Flug sollte mindestens 3 Stunden verspätet ankommen, da wir in Brisbane (Australien) zwischenlanden würden. 
Das Problem: wir mussten einen weiteren Flug von Auckland nach Christchurch bekommen. 
Das würde seeeehr knapp werden. Nun ja, genau das hatten wir ja gewollt: eine ordentliche Portion Nervenkitzel.
Wir durften das Flugzeug ganz normal betreten und zu unseren Plätzen wurden uns dann 3 kleine Akkus gebracht. Aus unseren Backpacks. Das war die Lösung für unser Gepäck-Problem. 
Und wir hatten uns schon solche Sorgen gemacht!
Zwei Minuten später kam die nächste gute Nachricht: der Flug würde nun doch wie geplant auf direktem Weg nach Auckland fliegen! 
Air New Zealand – definitiv unsere neue Lieblings-Airline! 
Das Essen war super, der Service noch besser, der Komfort einfach unschlagbar. (Weiterempfohlen!)
Was darf auf einem langen Flug in dieses Land nicht fehlen? Natürlich die gesamte Filmreihe von Herr der Ringe – und es gab sogar eine Menge extra Informationen zu den Drehorten in Neuseeland. Sehr cool!
11 1/2 Stunden später landeten wir endlich in Neuseeland. 
Wir holten unser Gepäck, fuhren mit dem Shuttle-Bus zum Domestic-Terminal, checkten ein letztes Mal ein und hatten nun noch zwei Stunden Zeit bis zu unserem letzten Flug. 
Das WLAN funktionierte gut und wir freuten uns riesig, dass wir uns bei unseren Familien melden konnten. 
Langsam ließ die Aufregung nach, müde waren wir jedoch nicht. 
Mit einer kleinen Maschine flogen wir knapp eine Stunde in den Süden Neuseelands zu unserem ersten Ziel: nach Christchurch.

Neue Freundschaften

Zuhause hatten wir uns schon einige Tage vor Abflug mit einer deutschen Frau verabredet, bei der wir ein Auto kaufen wollten. 
Sie bat uns darum, ihr ein paar Dinge aus Deutschland mitzubringen (Schokolade…) dafür würde sie uns am Flughafen abholen.
Gesagt – getan. Sie lud uns zu sich nach Hause ein, zu ihren 3 Kindern, den 30 Schafen und vielen Hühnern, Gänsen und Enten. 
wir bekamen ein leckeres Mittagessen, schauten uns in Ruhe das Auto an und wurden sogar bis zu unserem BnB (40 Minuten Autofahrt!) gefahren. 
Wir stehen in Kontakt und werden uns morgen noch einmal das Auto angucken. 

Gerry’s Bnb (unser Hostel) liegt mitten auf dem Berg Mount Pleasant. 
Die Aussicht ist atemberaubend und das Haus ist wunderschön – wir fühlen uns sehr wohl!
Sechs Nächte werden wir hier bleiben. Gut so – denn wir haben wirklich mit dem Jetlag zu kämpfen.

 

Endlich raus aus der Stadt!

Ein Autokauf in Neuseeland soll ja so einfach sein – haben wir zumindest gelesen.
Es scheint auch bei so ziemlich jedem einwandfrei zu funktionieren. Außer bei uns. 
Wir hatten schon vor Abflug ein gutes Auto für uns gefunden. 
Schon am Tag unserer Ankunft haben wir das Auto bereits gesehen und fanden es toll. Wir hätten es genauso mitgenommen!
Leider muss an dem Auto noch einiges gemacht werden, das Ganze soll aber mindestens noch eine Woche dauern.
Wir wollten doch eigentlich nach 6 Tagen raus aus Christchurch! Blöd.
Gerry hat bisher jeden Tag gefragt wie es mit unserem Autokauf läuft. Als wir ihm unsere Situation erklärt hatten drückte er uns seinen Autoschlüssel in die Hand und wünschte uns einen schönen Tag. Einfach so! 
Wir haben nicht lange überlegt und sind losgefahren. Das erste Mal links fahren, das erste Mal mit einer Gangschaltung auf der linken Seite – das war mehr als abenteuerlich.
Gerry war so herzlich und wollte, dass wir endlich das echte Neuseeland kennen lernten. Er wollte nicht einmal Geld dafür haben. Unglaublich wenn man bedenkt, dass ein Mietauto in Neuseeland locker 30 Euro am Tag kostet.

Akaroa sollte es werden,80 km durch die Berge – was für eine Strecke! 

                             

Der Weg ist ja bekanntlich das Ziel – Jap, überzeugt!
Akaroa ist eine kleine Stadt (mit knapp über 600 Einwohnern wohl eher ein Dorf) an der Ostküste, dort wo die Franzosen im 19. Jahrhundert angelegt haben. 
Was wir erstaunlich fanden: die Ruhe. 
Wir besuchten den Ort an einem Samstag Mittag, bei zu dieser Jahreszeit seltenen 25 Grad und strahlendem Sonnenschein. Dennoch war alles still. Wir haben uns sogar dabei erwischt uns flüsternd zu unterhalten. Dieser Ort hatte wirklich etwas magisches und ein paar Stunden fühlten wir uns wie verzaubert. Der Charm des Dorfes, welches direkt an einem Bergsee liegt, war atemberaubend und wenn wir daran zurück denken fühlt es sich so an, als wären wir in einer anderen Zeit gewesen. Überall gab es kleine Hostels und Gasthäuser. Alles ähnelte einer Filmszene aus dem Wilden Westen – hineinversetzt in eine immergrüne Berglandschaft. Es blühte um uns herum und sogar Palmen gab es.

 

 

Wir machten uns über die Hauptstraße (wenn man das so nennen kann) auf den Weg zurück zum Auto, als wir links von uns eine kleine Gasse bemerkten. Ein kleiner Weg, bis hin zum Wasser mit einer Brücke. Es sah unglaublich idyllisch aus. Idyllisch und surreal. 

Die Strecke zurück zum Mount Pleasant war genauso wunderschön wie zuvor. 70 Minuten steile Kurven rauf und wieder runter, an Seen, Flüssen und Schafherden vorbei, entlang von tiefen Schluchten. 
Nur 5 km von unserem BnB entfernt liegt der Sumner Beach. In jedem Reiseführer über Christchurch findet man diesen Strand. Das konnten wir uns natürlich nicht entgehen lassen.

 

 

Sumner Beach? Absolut sehenswert! 
Bei diesem schönen Wetter jedoch ziemlich überfüllt. Macht aber nix, uns hat es gefallen!

Wir hatten wirkliches Glück an diesem Samstag: das Auto, das Wetter und mit dem Linksverkehr hat auch alles geklappt – kann es überhaupt noch besser laufen?

 

UPDATE: Auto gekauft, weitergereist!

Ja, richtig gehört: wir haben endlich ein Auto gekauft! 
Eigentlich sollten wir ja auf unser Auto in Christchurch bis zum 27. September warten. Da Christchurch aber nicht besonders schön oder aufregend ist, dachten wir uns einfach: nö. Keine Lust mehr hier zu versauern. Ohne etwas zu erleben. 
Also haben wir ganz spontan einen Studenten aus Dunedin angeschrieben und gefragt, ob wir seinen Camervan am nächsten Tag kaufen könnten. Das Ganze läuft meistens über Facebook – jemand stellt Fotos von seinem Auto in Autokauf-Gruppen rein, gibt einem Preis an und ab da gilt es dann zu verhandeln. Dieses Auto war einfach perfekt. Wir zweifelten keine Sekunde und waren uns sicher: das ist unser Auto!

Busfahrt gebucht (80 Euro!), 6 Stunden bis Dunedin, Schlüssel in die Hand gedrückt, Geld gezählt und schon waren wir stolze Besitzer eines Autos mitten in Neuseeland! Der Student ging ohne ein weiteres Wort weg und ließ uns überglücklich auf einem Schotter-Parkplatz mit unserem neuen Auto stehen. Wir konnten unser Glück kaum fassen und standen einige Minuten reglos mit einem breiten Grinsen im Gesicht einfach so da.

Schon vor unserer Reise haben wir uns informiert, wie das mit dem Autokauf in Neuseeland abläuft. 
Aber so einfach? Das hätten wir niemals erwartet! 
Möchte man ein Auto kaufen, geht man einfach mit dem Besitzer zur Poststelle, schnappt sich ein Formular, füllt Name, Adresse und Fahrzeugmerkmale aus und drückt das Ganze dann einer netten Postangestellten in die Hand. Der Ganze Prozess dauert 5 Minuten und kostet 9 NZD (5€). 

Und das ist unser Auto – ein Toyota Estima Lucida von 1996! 
Voll ausgestattet und vor allem: self contained.
In Neuseeland gibt es unendliche viele Campingplätze – doch leider sind die wenigsten davon kostenlos. 
Da wir durch den Autokauf die Kosten für Unterkünfte sparen wollen, kommen für uns nur die kostenlosen Plätze in Frage. 
Ein weiteres Problem: nicht alle kostenlosen Campingplätze sind für alle Fahrzeuge geeignet. 
Die self contained zertifizierten Autos dürfen auf allen Plätzen stehen. Wer diesen Aufkleber nicht vorweisen kann, darf nur auf ausgewiesenen Plätzen übernachten (quasi auf gar keinen). 
Wir haben das Auto self contained zu einem super Preis bekommen und haben vorher nicht wirklich über das Thema nachgedacht. Im Nachhinein sind wir mehr als froh über unser Zertifikat – wir haben einfach viel mehr Möglichkeiten!

 

 

Dunedin – das Edinburgh des Südens

Es gibt eine App, welche die Campingplatz-Suche super einfach macht: Camper-Mate. Hier kann man einfach seine Kriterien angeben und es werden alle Campingplätze in Neuseeland angezeigt und das funktioniert sogar offline.
Es gibt dann immer drei Kategorien: kostenlos, günstig und teuer. Die kostenlosen Plätze sind immer grün und wir haben bloß einmal auf einem nicht-kostenlosen Platz übernachten müssen. Hätten wir kein self-contained Zertifikat gehabt, wäre uns das wohl kaum möglich gewesen.

Luis suchte uns den ersten Campingplatz unserer Reise heraus: bloß ein paar Kilometer außerhalb der Stadt, direkt am Meer! 
Die Plätze sind immer ausgeschildert und mit unserer Offline-Karten-App (MapsMe) war es kein Problem den Platz zu finden. Wir fuhren einen kleinen Weg hinein und kamen auf einem Schotterplatz mit Toilettenhäuschen aus. Dahinter war eine große Wiese, das Meer war jedoch nicht zu sehen. Ein Schild wies auf die Stellplätze hin, wir waren also richtig. 
Luis öffnete erneut die Camper-Mate-App und las sich die Kommentare zu dem Campingplatz noch einmal genauer durch. In einem Kommentar stand geschrieben: nach dem ersten Platz den kleinen Pfad weiter entlang fahren bis man hinter der großen Wiese an eine Biegung kommt: dort gibt es einige Plätze direkt am Meer!
Etwas verunsichert waren wir schon, doch am Ende siegte die Neugier und Luis manövrierte das Auto zu besagter Stelle. Und tatsächlich: hier gab es einen kleinen Platz, das Meer direkt vor der Nase! Schon wieder waren wir sprachlos. Von jetzt an würden wir immer die Kommentare zu den Campingplätzen durchlesen.

Für die Busfahrt hatten wir uns einiges an Proviant gekauft und davon war genug übrig, um den Abend zu überstehen. In Christchurch hatten wir uns außerdem Instant-Kaffee besorgt. 
Es war erst 4 Uhr am Nachmittag und wir begannen damit und unser Auto etwas genauer anzuschauen. Der Student hatte uns das Gröbste gezeigt und so erkundeten wir Stück für Stück unser neues Zuhause und fingen an, uns dort einzurichten. 

Brandneue Kissen, Bezüge und eine Bettdecke lagen auf der Matratze, die Küche hinten drin war neu und sauber. Wir hatten jeweils Geschirr und Besteck für 2 Personen, einen Topf und eine Pfanne mit Zubehör und einen Gaskocher mit ein paar Gaskartuschen. Luis kochte uns etwas Wasser auf und wir genossen einen leckeren Haselnuss-Kaffee in unseren Campingstühlen direkt am Meer. Da fühlten wir endlich diese Freiheit, die wir uns vor der Reise so sehr gewünscht hatten.

 

 

Nach der ersten Nacht in unserem neuen Auto ging es direkt zu einer der Attraktionen von Dunedin: dem Tunnel Beach. Was das genau sein sollte, wussten wir bis dahin noch nicht. Wir hatten uns auch ehrlich gesagt vor der Reise überhaupt nicht darüber informiert, was es alles zu sehen gibt. Wir wussten dass es viel gibt, wo genau sich diese Spots jedoch befinden sollten wussten wir nicht. Den Tunnel Beach entdeckte Luis auf der Karte von MapsMe. Dort war dieser Strand mit einem Stern markiert und die Beschreibung sagte “Attraktion”. 

Ich navigierte Luis also zu besagtem Punkt auf der Karte und wir fanden einen leeren Parkplatz vor. Wir stellten das Auto ab, packten unsere Rucksäcke mit den Wertsachen (Laptop, Kameras etc.) und spazierten zum Eingangstor. Hier stand ein Schild: Tunnel Beach 40 min. Dahinter war eine Brücke, welche über einen Zaun führte. Das war, wie wir zu dem Zeitpunkt noch nicht wussten, fast immer der klassische Eingangsbereich zu einer Attraktion in der Natur.
Wir stiegen also über den Zaun und wanderten los: es ging steil bergab und schon jetzt war der Ausblick einfach fantastisch.

 

15 Minuten kletterten wir den steilen Weg bis zum Eingang des Tunnel Beach hinunter. Mal wieder war es so leise, dass wir uns kaum trauten laut miteinander zu sprechen. Die Geräuschkulisse war ungefähr so: Vogelgezwitscher, das Rauschen und Krachen der Wellen, die gegen die Klippen schlagen, summende Bienen und das knirschen des Weges unter unseren Füßen. 

 

 

Unten angekommen gibt es ein kleines, enges Loch welches tief in den Berg hinein zugehen scheint. Drumherum war alles grün und man konnte von oben kein Ende des Ganges erkennen: genau das Richtige für Luis (Klaustrophobie). 
In Chirstchurch hatten wir uns spontan eine neue automatische Systemkamera gekauft. Ich wollte gerade ein Foto von diesem Eingangs-Loch schießen als ich auf dem Gras wegrutsche und auf meinem Hintern fast bis in den Tunnel rutsche. Die neue Kamera hielt ich glücklicherweise hoch oben über meinen Kopf, dass diese nichts abbekam. Zum Glück sagten mir meine Reflexe “rette die teure Kamera und wenn es dich dein Leben kostet!” – naja so ähnlich jedenfalls. Meine erste Reaktion: ich lachte mich kaputt. Luis’ erste Reaktion: pure Besorgnis. Es war aber alles gut gegangen, außer ein paar blauen Flecken war mir zum Glück nichts schlimmeres passiert.

Nun fassten wir unseren Mut zusammen und schlichen uns den langen, dunklen Tunnel entlang zu eigentlichen Tunnel Beach. Die Stufen waren extrem rutschig und ich umklammerte die Kamera noch fester. 
Man sah lange Zeit kein Ende und ich fing an etwas panisch zu werden (wie Luis sich wohl fühlen musste…). Dann neigte der Tunnel sich jedoch dem Ende und es ging noch einmal steil hinunter. Als wir endlich aus dem engen Gang ins freie traten, staunten wir nicht schlecht:

 

 

Der Tunnel Beach war wirklich interessant. Das Wasser klatschte laut gegen die Felsen und wir bekamen Gischt in unser Gesicht. Die Luft schmeckte salzig und es roch nach Algen und Meerwasser. Die Felsen hatten so viele verschiedene Farben es war schlicht weg wunderschön. Wir wären gerne zum kleinen Strand geklettert, die Flut mit dem starken Wellengang machte dies allerdings zu einer eher waghalsigen Aktion und ich hatte für diesen Tag definitiv genug abenteuerliche Aktionen hinter mir. 

Nicht nur der Tunnel Beach selber ist sehenswert. Um den Eingang herum gibt es riesige Felsen und die Aussicht von da ist wirklich atemberaubend. Wir setzten uns an die Ränder der Klippen und die Zeit schien still zu stehen. 

 

Da hat sich auch der anstrengende Weg zurück zum Auto (den gesamten Berg wieder hinauf) doch mal wirklich gelohnt, oder? Als wir wieder oben angekommen waren (es war wirklich sehr, sehr anstrengend) schauten wir immer wieder zurück. Es war einfach nur perfekt.

 

Blogger kennengelernt 

Raus aus Dunedin und weiter gehts, immer Richtung Süden.
Diesmal nicht alleine: denn auf unserem Campingplatz haben wir zwei Weltreisende aus Berlin kennengelernt. 

Luis betreibt auf dieser Reise unseren Instagram-Account und ist dadurch mit den beiden Bloggern Tobi und Mareike in Kontakt gekommen. Die Zwei schreiben ebenfalls einen Blog über ihre Reiseehrfahrungen und nennen sich travelminded. Hier gehts zum Blog der beiden!

Nach unserem Tag am Tunnel Beach fuhren wir zum nächsten Pak’n’Save, um uns mit so viel Lebensmitteln wie nur möglich einzudecken. Wir füllten unsere Vorratskiste mit haltbaren Produkten wie Nudeln, H-Milch, Reis, Mais, Eiern, Brot, Tomatensoßen, Gewürzen, Äpfeln und Kartoffeln und machten uns auf den Weg zum nächsten Campingplatz. Dieser war wieder nur einige Kilometer von Dunedin entfernt. 
Wir waren die Ersten und fingen auch direkt an unser Abendessen zuzubereiten: Bratkartoffeln mit Spiegelei. Es war bereits 5 Uhr am Nachmittag und zu dieser Jahreszeit wurde es im Süden früh dunkel und kalt. 
Auf Campingkochern draußen bei mittel starkem Wind zwei Portionen Bratkartoffeln zu kochen ist jedoch nicht ganz so einfach und es dauerte fast eine ganze Stunde bis unser Essen fertig war. 
In dieser Zeit füllte sich der Campingplatz und es wurde bitterkalt. Wir zogen uns also Fleecepullis und Windjacken an (ich trug sogar Handschuhe und Mütze) und beteten, dass das Essen schnell fertig werden würde. 
Ein letztes Auto rollte aus den Platz und ich erkannte zwei Gesicher: Tobi und Mareike von travelminded. Luis hatte mir die Bilder der beiden noch am Morgen gezeigt. Vor einigen Tagen waren die Zwei ebenfalls in Neuseeland angereist und Luis hatte bereits Kontakt aufgenommen und ein paar Sätze mit den Beiden ausgetauscht.

Als unser Essen endlich fertig war, wärmte uns das Ganze ein wenig auf. Da ich aber trotzdem bis aufs Mark durchgefroren war, zog ich mich ins Auto zurück und Luis sammelte das dreckige Geschirr und spülte es am Wasserhahn hinter dem Toilettenhäuschen. 
Tobi und Luis kamen ins Gespräch und Tobi lud uns für den nächsten Morgen zum Tee ein. 
Diese Einladung nahmen wir dankbar an, denn die Nacht war sehr kühl gewesen. Mit unseren Bechern gingen wir zum Camper der beiden (ein VW Büschen, in dem man sogar stehen konnte!) und klopften an der Türe. 

Wir verstanden uns auf Anhieb und wussten zu diesem Zeitpunkt nicht, dass wir bald gute Freunde werden würden.

Die Beiden reisten bereits seit über 3 Monaten und hatten viel zu erzählen – und konnten uns einige Tipps geben. 
Mareike erläuterte uns ihre Pläne für den Tag und wir wussten, dass wir uns wiedersehen würden, da unsere Route die Gleiche war.

Um 9 Uhr schmiss ich das Navi an und lotste Luis gut 1 1/2 Stunden zu unserer ersten Attraktion des Tages: Dem Nugget Point

Ich war verdammt froh darüber, dass ich mich nicht aufs Autofahren konzentrieren musste (Danke Luis!). Das Navi leitete uns über eine Straße, die keine 5 Meter vom Meer entfernt war. Um diese Zeit kamen uns kaum andere Autos entgegen und die Zeit verging wie im Flug.

 

 

 

Wir erreichten den Parkplatz und waren erstaunt darüber, wie sauber und gepflegt die Anlage war – und das war ja bloß der Parkplatz! 
Ein Schild wies den Weg zum Nugget Point und wir hatten keine Ahnung, was uns diese Attraktion eigentlich bieten würde. Da wir nur begrenzt mobiles Internet hatten, googelten wir fast nie unsere Ziele. Stattdessen verließen wir uns auf die Meinung der MapsMe und CamperMate Nutzer und wir wurden fast nie enttäuscht.

Der Weg hätte im Normalfall wahrscheinlich nicht länger als eine halbe Stunde gedauert. Da wir aber alle paar Meter für Fotos anhielten, zog der unsere Wanderung sich etwas in die Länge.

Es war erst unser dritter Tag in unserem neuen Auto und wir hatten schon so eine wunderschöne Natur zu Gesicht bekommen. Wir waren einfach nur überwältigt von dem was wir dann sahen: der Nugget Point war ein Leuchtturm auf einem Felsen über türkis-blauem Wasser. 

 

 

Unbeschreiblich. 
Das Beste: die Ruhe. An den schönsten Orten der Welt waren nicht einmal Touristen. 
Bis jetzt hatten wir immer das Glück alleine zu sein (oder fast). 
Die Anlage um den Leuchtturm herum war mit einem Gitter ausgelegt, sodass man am Rand das Meer unter den Füßen sehen konnte. 
Luis war von der Höhe nicht unbedingt begeistert…
Wir setzen uns auf eine der schönen Holzbänke unter den Leuchturm und ließen das ganze auf uns wirken. Es war mal wieder ein perfekter Moment. 
Auf dem Weg hatten wir so getrödelt, dass Tobi und Mareike, die viel später losgefahren sind, uns doch glatt eingeholt hatten und nun vor uns standen. Das machte den Augenblick noch schöner denn wer teilt seine Begeisterung nicht gerne mit anderen Menschen?

Nach etlichen Fotos machten wir uns gemeinsam auf dem Rückweg. Auf der Hälfte des Weges bemerkten wie Seelöwen, die weit unten an den Klippen im Wasser badeten. Wir versuchten ein paar Fotos zu schießen und beschlossen dann, dass wir gemeinsam zum nächsten Punkt auf der Karte fahren würden.  

40 Minuten Fahrt und wir waren am nächsten Lookout angekommen: Jacks Blowhole. Zugegeben: der Name ließ nicht ganz so viel erahnen, trotzdem haben wir den langen Fußmarsch (20 Minuten bergauf) auf uns genommen und sind zum Blowhole marschiert. 
Und es hat sich mal wieder absolut ausgezahlt.
Der Weg führte uns immer weiter bergauf viel Treppenstufen hoch bis wir an einem Aussichtspunkt vorbei kamen. Der Ausblick war klasse und das Wetter ließ uns nicht im Stich. Wir wanderten über viele Felder und schließlich in einen kleinen Wald hinein. Wir hörten ein lautes Krachen und Rauschen und wussten, dass das Ziel in der Nähe war. Ein Weg führte um das Blowhole außen herum zu einer Plattform. Von hier konnte man einen Blick in eine große Öffnung weit unter der Plattform wagen: dort füllt sich das Loch immer wieder mit strahlend blauem Meerwasser und sprühte Gischt hoch in die Luft. So etwas hatten wir definitiv noch nie gesehen.

 

 

Da es noch ziemlich früh war entschieden wir uns dafür, einen weiteren Punkt auf der Karte anzusteuern. Die Cathedral Caves waren noch einmal 44km vom Blowhole entfernt und den Kommentaren nach zu Urteil sollte uns auch diese Sehenswürdigkeit nicht enttäuschen. 
Lieder tat sie das doch denn die Zufahrtsstraße war gesperrt. Wir ärgerten uns sehr und fuhren weiter. Einige Minuten später wurden wir dann jedoch mit einem Wahnsinns Ausblick überrascht: 

 

 

Da war der Frust über die Cathedral Cove schnell verflogen!

Nur eine kurze Strecke trennte uns von unserem dritten Campingplatz. 3o km fuhren wir weiter in den Süden nach Waikawa. 
Der Campingplatz war erneut kostenlos und wir Vier waren die ersten Camper an diesem Tag. 
Wir zogen uns zurück und kochten unser Abendessen am Kofferraum unseres Vans. Tobi und Mareike hatten es da deutlich besser: ihre Küche war im Auto und sie konnten ohne Probleme mit Wind und Wetter kochen. 

Der Tag war lang und das bekamen wir nun doch zu spüren: ohne den Abwasch zu machen gingen wir früh ins Bett, müde und glücklich. 

Lamm gerettet – jetzt geht’s ab in die Berge

Am nächsten Morgen machten wir uns nach einer morgendlichen Teerunde auf den Weg nach Invercargill, der nächsten größeren Stadt seit Dunedin. Die Fahrt war kurz und unser erstes Ziel war die Stadtbibliothek. 
Um freies WLAN in Neuseeland zu nutzen gehen die meisten Reisenden in die örtlichen Bibliotheken. Dort gibt es kostenloses WLAN und Steckdosen, um die ganze Elektronik aufzuladen. 

Nach einigen kurzen Stunden in der Bücherei packten wir unsere Kulturbeutel und suchten den Busbahnhof der Stadt auf.
Dort hatten wir die Möglichkeit für nur einen Dollar pro Person die Dusche zu benutzen. 
Das ist der größte Nachteil wenn man im eigenen Auto unterwegs ist: man muss sich ständig auf die Suche nach Schwimmbädern oder öffentlichen Duschen machen. Dank CamperMate war aber auch das ein eher geringes Problem: die App zeigt sämtliche Duscheinrichtungen im ganzen Land an und gibt außerdem Auskunft über Kosten, Hygiene und Zustand der Duschen.

Auch hier hatte die App vollkommen Recht behalten: die Duschkabine war groß, sauer und es gab für nur einen Dollar 20 Minuten heißes Wasser – ein wahrer Luxus wie wir noch lernen würden!

Wir schauten uns in Invercargill nichts an und es ging auch direkt weiter nach Te Anau – endlich rauf in die Neuseeländischen Alpen. 
Die Straßen in Neuseeland sind nicht immer ganz so gut ausgebaut, deshalb braucht man selbst für kurze Strecken relativ lange. In Deutschland hätten wir uns wahrscheinlich drüber beschwert, aber hier ist der Weg immer mindestens genauso schön wie die Attraktionen. So war die Freude auf die Autofahrt immer groß.

Auf einer Schotterstraße mitten im Nichts liefen uns plötzlich zwei kleine Lämmchen vors Auto. 
Endlich konnten wir ein paar Lämmer streicheln (Ja, das stand definitiv auf unserer Bucket List!). 
Die Tiere waren so zutraulich und ließen sich nur zu gerne von uns verwöhnen. 
Luis hat die kleinen dann über den Zaun zurück auf die Weide gehoben – na wenn das kein gutes Karma gibt dann weiß ich es auch nicht!

 

 

Seitdem wir das Auto gekauft haben, haben wir es geschafft ausschließlich auf kostenlosen Campsites zu übernachten. Das war auch unser Plan, soweit so gut. 
Das Problem: in einigen Gegenden gibt es einfach keine kostenlosen Plätze. 
Wir könnten natürlich in irgendwelchen abgelegenen Ecken wildcampen und hoffen nicht erwischt zu werden. Kostet uns dann bloß schlappe 200 Dollar Strafe. Das ist es definitiv nicht wert. 

Also mussten wir wohl oder übel in Te Anau das erste Mal für einen Stellplatz bezahlen. Dank CamperMate haben wir den günstigsten Platz schnell gefunden und für 2 Personen dann 38 Dollar gezahlt (der günstigste!).
Ja, das hat wirklich weh getan. Wenn man das Ganze aber in Euro umrechnet hört sich der Preis schon deutlich besser an: 23 Euro. Für eine warme Dusche, sehr saubere Toiletten, eine riesen Küche und einen Waschraum. Strom hatten wir auch – also alles halb so schlimm! 

Te Anau ist ein wunderschönes kleines Städtchen am Rand des Fjordland Nationalparks. Der See ist von überall zu sehen und der Ort versprüht einen wunderbaren Charm. 

 

 

 

Wir erledigten unsere Einkäufe und freuten uns darauf endlich mal in einer Küche kochen zu können. Zur Feier des Tages kauften wir uns sogar etwas Hackfleisch für das Abendessen (Spaghetti Bolognese). Das war wahrlich eine Seltenheit denn Fleisch und Käse ist extrem teuer in Neuseeland. Das liegt daran, dass das Land seine eigenen Fleischprodukte nach Asien exportiert und das Fleisch für den eigenen Markt aus Australien dann importiert. So erklärte es uns zumindest ein Trucker, der Fleisch transportierte. 

Der Plan für den nächsten Tag stand bereits fest: wir würden den Milford Sound in Angriff nehmen.

Nach einer wirklich kalten Nacht (1 C°) hieß es für uns früh aufstehen, in der eisigen Kälte duschen gehen (das war echt eine Herausforderung) und dann auf zum Milford Sound. Endlich. Man hört es nämlich überall: Milford Sound ist ein wunderschöner Ort, wer nicht dagewesen ist, der verpasst etwas!

Zwei Stunden holprige Straßen, Berg rauf, runter und wieder rauf. Durch einen nicht ganz so gut ausgebauten Tunnel und wieder etliche Serpentinen rauf uns runter. Das alles muss übrigens mit einer Tankfüllung geschafft werde denn es gibt dort oben keine Tankstellen. Gut, dass wir informiert waren!
Bereits auf dem Weg zu diesem Fjord gab es eine Menge Hinweisschilder für Aussichtspunkte oder besondere Attraktionen. Es waren aber gefühlt 30 verschiedene Schilder, alle 500 Meter etwas neues. Wenn wir überall angehalten hätten, wäre unser Zeitplan nicht aufgegangen.  
Da es mal wieder keine kostenlosen Campsites im Milford Sound gab, wollten wir am selben Tag wieder zurück fahren und einen Campingplatz 200km weiter ansteuern. 

Also mussten wir uns ein wenig zurückhalten und hielten nicht an jedem Schild an sondern letztendlich an Dreien davon.

Zuerst bogen wir spontan in einen Waldweg ein und fuhren durch Eimergroße Schlaglöcher zu einer kleinen Bucht an einem See (der See heißt Lake Gunn). Mal wieder waren wir alleine dort und nutzen die Gelegenheit um das Stativ für ein gemeinsames Foto aufzustellen.

 

 

Luis steuerte das Auto wieder heil aus dem Wald raus und die Fahrt ging weiter.
Und dann waren wir da – Milford Sound

Es gibt gleich Mehrere Parkplätze und diese waren auch schon gut besucht – nach einiger Zeit fanden wir einen Platz. Die Fahrt war lang und wir suchten zuerst einmal die Toiletten auf. Normalerweise immer der Horror: öffentliche Toiletten. In Neuseeland sind die Sanitären Anlagen jedoch immer sehr modern (manche können sogar sprechen!) und vor allem sauber. Da könnte Deutschland sich doch ruhig mal eine Scheibe von abschneiden oder?

Auch die Wanderwege sind alles andere als kleine Trampelpfade. Die Wege sind oft auf Holzstegen angelegt, teilweise sogar mit gutem Geländer. An sämtlichen Bäumen, Sträuchern und Blumen sind Schilder mit den Namen angebracht und es gibt viele Informationstafeln mit Wissen zu den heimischer Flora und Fauna. Eine Wanderung in Neuseeland zu machen kann doch einfach nur schön sein.

 

 

Es ist beeindruckend wie viel Mühe sich die Neuseeländer beim Ausbau ihrer Straßen und Wege für die Touristen geben.
Obwohl das Wetter nicht ganz mitspielen wollte an diesem Tag, haben wir einen guten Eindruck von diesem weltbekannten Fjord bekommen.
Am eigentlichen Panoramapunkt verschlug es uns dann noch einmal den Atem.

 

 

Hätten wir eine Schiffstour durch den Milford Sound gebucht, oder einen Track zum Wasserfall gemacht (was wir wirklich machen wollten, dieser war aber leider gesperrt), dann wäre der Ausflug bestimmt etwas spektakulärer geworden. Hat es sich also überhaupt gelohnt?
Im Endeffekt können wir sagen: ja, es hat sich gelohnt! 
Nicht alleine für Milford Sound, sondern viel mehr für den wunderschönen Weg dorthin. Denn es gab mal wieder unzählige Spots an denen man anhalten konnte, um sich die schönste Natur anzusehen.
Denn auch auf dem Weg zum Campingplatz machten wir noch einmal Halt. 
Wir hielten an einem Punkt, der in der Karte nur als The Chasm betitelt worden war. Mal wieder völlig ahnungslos bogen wir also ab und parkten auf einem großen Schotterplatz. 
Sofort sprangen uns die bunten Papageien ins Auge, die auf dem Parkplatz herum spazierten. 

Hier also unsere erste Begegnung mit den einheimischen Kea Papageien!

 

 

Wir beobachteten die Vögel eine Weile und schlenderten dann zur eigentlichen Attraktion. Ein Weg führte uns tief in den neuseeländischen Dschungel hinein bis wir zu einer Brücke kamen. Ein gigantischer Wasserstrom floss unter der Brücke hindurch und das Krachen war so laut, dass wir unsere Stimmen nicht mehr hören konnten. 
Das ist Neuseeland: man hält an einem beliebigen Punkt an und wird mit so einem Naturphänomen aus den Socken gehauen!
Ein richtiges Bild haben wir leider nicht gemacht – dafür aber ein Foto von einem mini Blowhole.

 

 

Wir fuhren weiter und kamen an eine Brücke. Schon auf der Hinfahrt hatten wir es bereut, dort nicht einmal angehalten zu haben. Also war jetzt die Gelegenheit – ich stieg aus, knipste ein paar Bilder und lief schnell zurück zum Auto (wir hielten mitten auf der Straße, deshalb die Eile).

 

 

Unser letzter Stopp, bevor wir den Großteil der Strecke zurücklegen würden, führte uns zu den Mirror Lakes
Dieser Panoramarundgang war wieder vollkommen mit Holzstegen ausgelegt und führte an einem See mit spiegelglatter Oberfläche vorbei. 
Wie auch der Rest des Tages kostete uns dieser Ausblick keinen Cent. Weder im Fjord noch bei einer der Punkte, welche wir zuvor abgeklappert hatten, haben uns Eintritt gekostet. 
Ein weiterer Pluspunkt für unser Lieblingsland!

 

Nach langem Kurven kamen wir am Abend in Lumsden an. Hier gab es einen Stellplatz mit kostenfreiem WLAN.
Das lag daran, dass sich der Parkplatz vor einer Bibliothek befand. Internet im Auto-Bett: ein wahnsinniger Luxus den wir und leider auch alle anderen Camper die ganze Nacht nutzten (dadurch war es natürlich extrem langsam).
Da der Parkplatz wirklich nur ein Parkplatz vor der Bücherei mitten in der Stadt war, wurde es in der Nacht relativ laut. Auch am Morgen konnten wir nicht wirklich lange Schlafen denn etliche Menschen waren bereits um 7 Uhr auf den Beinen und das geschäftliche Treiben ließ uns schneller fertiggemacht im am Steuer sitzen als uns lieb war. 

Übrigens: an den Linksverkehr auf den Straßen haben wir (Luis) uns schnell gewöhnt. 
Auf einmal kommt uns das Fahren auf der rechten Seite ganz komisch vor…

 

 

Endlich – die ersten Vlogs sind fertig!

Zwei an der Zahl. Nicht viel, aber für den Anfang reicht es. 

 

Was wir hier so alles erleben, sieht man in den Videos natürlich auch. 
Trotzdem werden wir den Blog hier weiterführen und immer fleißig aktualisieren (wenn wir Internet haben…).

 

Queenstown – von grünen Wiesen am See rauf ins Skigebiet

Früh am Morgen führte unser Weg uns nach Queenstown, einer Stadt von der wir schon so viel gehört hatten.
Hier kann man alles machen, was das Abenteurer-Herz begehrt. Bungy-Jump, Fallschirmspringen, Ski oder Snowboard fahren. Wir wollten zwar nichts davon machen, der Stadt wollten wir aber trotz alledem einen Besuch abstatten. 

Die Bibliothek war leider geschlossen (hatte sowieso bei CamperMate eine grottenschlechte Bewertung)
Also entschlossen wir uns nach einem Einkauf bei Pak’n’Save direkt zum nächsten Campingplatz zu fahren.
An diesem Tag passierte ansonsten nicht viel: wir kochten, trockneten unsere Wäsche und auf einmal kommen Tobi und Mareike um die Ecke und parken ihren VW neben uns. Es ist verrückt, dass wir uns seit Dunedin jede Nacht zufällig auf den kostenlosen Stellplätzen immer wiedertreffen. 

Der nächste Tag war ebenfalls ziemlich entspannt. Wir schliefen länger als gewöhnlich und fuhren nach dem Frühstück in die Stadt. Nachdem wir über eine halbe Stunde nach einem Parkplatz gesucht hatten, schlenderten wir durch die wunderschöne Stadt von Queenstown. 
Ich entschloss mich sehr spontan dazu, mir ein Nasenpiercing stechen zu lassen. 
Wir kauften einige Souvenirs und besuchten dann den Botanischen Garten. Das Wetter war mal wieder mehr als fantastisch und so ließen wir den Tag ganz in Ruhe ausklingen. 

 

 

Unsere zweite Nacht in Queenstown haben wir am Ufer des Lake Hayes verbracht. 
Dieser Campingplatz war die holprige Fahrt über einige Schotterstraßen durchaus wert. Der Platz ist so groß, dass die Camper sich ohne Probleme aus dem Weg gehen können. 
Für uns war das nicht der Fall, da wir uns regelmäßig mit Tobi und Mareike trafen und an diesem Abend gemeinsam Apfel-Pfannkuchen machten.
Wir haben zusammen gekocht, gegessen, Tee getrunken und den ganzen Abend Karten gespielt – wir freuen uns schon jeden Morgen darauf! 

 

 

 

Eigentlich sah unser Plan wie folgt aus: Wir frühstücken gemütlich, fahren 2000 Meter einen Berg in Queenstown hoch, machen eine kleine Wanderung zu einem Bergsee, sind nach 3 Stunden fertig und fahren dann langsam nach Wanaka, ganz ohne Stress. Eigentlich.

Frühstück – alles gut. Mal eben einen 2000 Meter Berg hochfahren – nicht ganz so einfach wie wir uns das vorgestellt hatten.
Der halbe Weg bestand (mal wieder) aus einer Schotterstraße. Die Minuten vergingen und wir hofften, dass unser Auto diese Tortur durchhalten würde. Zum Glück ist mal wieder alles gut gegangen. 
Oben angekommen, kamen wir dann erst einmal ins Staunen. Alles war schneeweiß. Das hatten wir aus irgendeinem Grund nicht erwartet. 
Aber egal, wir wollten unbedingt zu diesem Bergsee. Also stapften wir los, an Snowboardern und Kindern auf Skiern vorbei zum Skilift. 
Natürlich durften wir nicht mit dem Skilift den steilen Abhang herauf fahren – was auch sonst. Als wir dann die nette Dame am Skilift fragten, wo denn hier der Wanderweg zum See sei, guckte sie uns bloß verdutzt an und zeigte den Abhang hinauf. 
Wir sollten unter dem Skilift den Berg hochlaufen und direkt hinter dem Abhang sei dann der See. 
Na gut, wir in Sneakern, Jeans, ohne Mützen und ohne Handschuhe – nicht wirklich für solch einen Aufstieg ausgerüstet. Aber wir dachten uns: was soll’s, probieren wir es doch. 

 

 

Und wie sollte es auch anders sein: oben am Ende des Skilifts angekommen, war kein Bergsee zu sehen. 
Wir hätten noch mindestens das doppelte hochklettern müssen. An sich gar kein Problem, wir waren trotz allem noch hoch motiviert. Aber der nächste Teil der “Tracks” beinhaltete, sich knietief durch den Schnee zu kämpfen. 
Ein Blick auf eine Wandergruppe ausgerüstet mit Stöcken, Spikes an den Schuhen und dicken Winter Klamotten hat uns dann doch ziemlich demotiviert. 

Naja, ganz umsonst war unser Abenteuer am Ende doch nicht – wenigstens haben wir ein paar coole Bilder im Schnee machen können!

 

 

Unsere Schuhe waren natürlich komplett durchgenässt. Ich haben zum Glück noch ein zweites Paar feste Schuhe dabei, Luis leider nicht. 
Also hieß es: barfuß mit dem Auto den ganzen Berg wieder runter schlittern. 
Zwischendurch hat man immer die Möglichkeit an sämtlichen Ecken anzuhalten und die Aussicht zu genießen – und das alles völlig umsonst! 

 

 

Der Baum von Wanaka

Hört sich ganz schön märchenhaft an, oder? Ist es auch irgendwie.
In unserem Auto klebt ein Bild vorne in der Windschutzscheibe. Dort zu sehen ist ein Baum, der aus dem Wasser ragt. Im Hintergrund die Berge. Mit diesem Bild vor Augen (im wahrsten Sinne des Wortes) fuhren wir los nach Wanaka. 

Mal wieder war die Strecke die ganzen Kilometer absolut wert. Morgens bei 25 Grad in der Sonne gesessen, um uns herum alles grün, mittags durch den Schnee gewatet und dann auf dem Weg nach Wanaka durch eine vollkommen andere Landschaft gefahren. 

 

 

Achja, das Schild. Das ist eine Sache die finden wir total cool: Die Zahl beschreibt, wie steil die Kurven werden. Es gibt Schilder mit einer 85 drauf (sehr leichte Kurve) und auf unserem Weg den Berg in Queenstown rauf gab es sogar Schilder mit einer 10 drauf! 
Und die Landschaft? Sieht aus als wäre man auf dem Mond. Wir haben definitiv noch nie so etwas gesehen…

Wir kamen in Wanaka an und fuhren sofort zum berühmten Baum von Wanaka. 
Woran erkennt man, dass man richtig ist? Genau, an den vielen Asiaten. Wirklich viele. Und alle stehen stundenlang da und fotografieren diesen einen Baum. Ganz schön verrückt. 

 

 

Der Baum hat aber auch wirklich etwas besonderes. Ansonsten ist Wanaka ziemlich gehoben. Es gibt große Häuser und viele Restaurants. Der einzige kostenlose Campingplatz war schön, aber trotzdem sehr simpel. Nicht einmal eine richtige Toilette gab es. Bloß ein einziges Plumsklo, ohne Waschbecken.
Trotzdem reicht es, dafür ist der Platz schließlich umsonst – wir würden es nicht wagen uns zu beschweren!

Denn es sollte noch nicht das Ende gewesen sein, mit den Plumsklos…

 

Der dunkelste Himmel in ganz Neuseeland 

So stand es auf dem Schild, als wir in vom Southland in den McKenzie District fuhren. 
Hier soll man in der Nacht einen atemberaubenden Sternenhimmel sehen können. Na da sind wir mal gespannt. 

Unsere erste Nacht war eiskalt und sehr hell. Warum? Weil wir Vollmond haben. Dazu war es noch ziemlich bewölkt – war wohl nichts mit Sternenhimmel. Noch nicht. 

 

 

Lake Pukaki – wunderschön, aber sehr kalt. Macht nichts, wir haben viele Decken und eine gesunde Einstellung zum neuseeländischen Wetter! 

 

Durchgefroren und glücklich

Schon am Lake Pukaki war es ausgesprochen kalt, das sollte es aber noch nicht gewesen sein. 
Die nächsten zwei Tage regnete es durch. Dabei hatten wir sage und schreibe 4 Grad und als wäre das noch nicht genug, wurden wir ordentlich von heftigen Windböen überrascht. 
Kam noch besser: wir hatten jetzt auch kein Gas mehr, um uns was warmes zu kochen. Also hieß es 2 Tage lang: Brot, Kälte, Nässe, miese Laune. 
Jaja ich habe geschrieben “macht nichts” blablabla aber wenn die Kleidung nicht mehr trocknet und man nichts ordentlich in den Bauch bekommt, dann darf man schon mal mies gelaunt sein, finden wir. 
Achja und das Plumsklo-Drama kam ja auch noch dazu. 
Am Lake Pukaki war es ein winzig kleines Häusschen auf einem Hügel mitten im Wald. 
Lake Tekapo – die schrecklichsten Plumsklos überhaupt. Es sah so aus (und roch auch danach…) als wäre monatelang niemand mehr zum saubermachen auf dem Gelände gewesen. 
Lake Lyndon: besser. Nein viel besser. Das schönste (und sauberste!) Plumsklo auf dem wir jemals waren. 

Greymouth – und dann kamen die normalen Toiletten. Wir haben uns so gefreut, das kann man sich kaum vorstellen – über eine Toilette. 
Ein atemberaubend schöner, gepflegter Platz direkt an der Tasman See. Und dann noch die Toilette – die Stimmung war definitiv wieder auf dem Hochpunkt. 

Vor Greymouth überquerten wir den Arthur’s Pass. Da lag schon wieder so Einiges auf dem Weg…

 

 

Devils Punch Bowl Falls. Ein Wasserfall, an sich jetzt nichts wirklich spektakuläres. 
Aber wieder einmal war es der Weg, der am Ende die schönsten Eindrucke bei uns hinterließ.
Unser nächster Stop führte uns zum Londonderry Rock. Mal wieder völlig ohne Plan von dem was und erwarten würde, spazierten wir zum zweiten Mal an diesem Tag durch den Neuseeländischen Dschungel. 
Jedes Mal, wenn wir nicht wussten was uns erwarten würde, wurden wir so dermaßen überrascht von dem, was wir letztendlich zu sehen bekamen. Dementsprechend waren unsere Erwartungen an den Londonderry Rock ziemlich hoch. 
Ein Felsen im Wald. Okay ein großer Felsen im Wald. Nicht wirklich das, was einen aus den Socken haut. 
Aber man kann ja nicht immer Glück haben!

 

 

 

In Greymouth fuhren wir dann direkt zu dem wunderschönen Campingplatz – genau richtig zum ersten, wirklich schönen Sonnenuntergang den wir in Neuseeland erleben durften. 

 

 

Nach einer wunderbar warmen Nacht in Greymouth fuhren wir am nächsten Tag erst einmal duschen (2 Dollar pro Person) und danach für ein paar Stunden in die öffentliche Bibliothek (WLAN). 
Nächster Halt: Pancake Rocks (oder wie Luis meint: Cookie Küste…).

 

 

 

Vlog Nummer Vier!

Unser viertes Video ist seit 2 Minuten online – an Luis Geburtstag! Schaut doch mal rein…

 

 

 

Die erste Wanderung auf unserer Reise

Wir hatten uns in Deutschland fest vorgenommen mindestens einmal in Neuseeland einen Track zu laufen (wandern zu gehen). Doch woher weiß man, ob sich ein Track lohnt? Weiß man nicht. Wir wussten es zumindest bisher nie. 
Den ein oder anderen Spaziergang haben wir gemacht, aber eine waschechte Wanderung bisher nicht. 
Als wir am Abend nach unserer Pancake Rocks Tour auf unserem (mal wieder wunderschönen) Campingplatz so vor uns hin kochten (Kartoffelsuppe), kam auf einmal die Motivation wandern zu gehen. 
Unser Campingplatz war nämlich ganz zufällig der Ausgangspunkt zu 6 verschiedenen Tracks. 
Die Tafel am “Eingang” erklärt einem dann schon einmal, wie lange welcher Track geht und was einen auf diesem Weg so alles erwartet (Wasserfälle, Flüsse die es zu überqueren gilt, Höhlen, und vor allem: unbefestigte Wege). 

Am nächsten Morgen ging es dann los: voll motiviert liefen wir los ins Ungewisse.
Keine 10 Meter nachdem wir den Eingang passiert hatten, sprang plötzlich ein Ziegenbock (Steinbock, Ziege, Ziegenbock – wir wissen bis heute nicht was es genau war…) vor die Füße. 
Das arme Tier hat wohl genauso wenig mit uns gerechnet, wie wir mit ihm denn es lief sofort ins Gebüsch hinein, blieb stehen und starrte uns an. Damit hatten wir nun wirklich nicht gerechnet. 

3 Stunden sind wir insgesamt gelaufen und es war atemberaubend schön. Endlich hatten wir das Gefühl, wirklich am Ende der Welt zu sein. Das erste Mal in einem echtem Regenwald – ein unglaubliches Gefühl. Dementsprechend gut fanden wir letzen Endes unsere Wanderung auch!

 

 

Ich würde gerne mehr Bilder von diesem Regenwald hochladen, das WLAN ist jedoch im Moment nicht schnell genug denn ich möchte natürlich den Blog auf den neusten Stand bringen! 

 

Abel Tasman Nationalpark – endlich sehen wir Robben

Von den Pancake Rocks fuhren wir nach Westport (wo es eigentlich nichts besonderes gab, außer zwei lustigen Vögeln ohne Flüge, die uns unsere Pfannkuchen stibitzen wollten) und von dort nach Wakefield.
Wakefield an sich ist nicht wirklich nennenswert für uns gab es dort aber eine schöne Überraschung. 
Unsere Freunde von Travelminded Mareike und Tobi kamen uns ein letztes Mal besuchen – wir haben uns riesig gefreut und alle zusammen einen letzten Abend gemeinsam verbracht, bevor es endgültig Abschied nehmen hieß. 
Am nächsten Morgen ging es für uns zum Abel Tasman Nationalpark. Dieser liegt oben an der Nord-West Küste der Südinsel. 

Und mal wieder war die Fahrt dorthin einfach nur schön. Ja schön sage (oder schreibe) ich sehr oft, für mich gibt es einfach kein passenderes Wort.

Unser erstes Ziel: die Pupu Springs. 

 

 

Das Wasser war so strahlend blau, dass man einfach nicht aufhören konnte hinzusehen. Dafür lohnt sich der holprige Weg (mit dem Auto und auch zu Fuß).

Nächster Halt: ein Lookout. Was wir uns darunter vorgestellt haben: einen sagenhaften Ausblick über das türkis-blaue Meer und die goldenen Strände des Abel Tasman. 
Was wir wirklich zu sehen bekamen: eine Farm auf der anderen Seite der Bergs, den wir hoch liefen. Naja nicht wirklich das was wir uns erhofft hatten. Definitiv kein cooler Lookout.

Die wirklich sehr stürmischen Nacht verbrachten wir in Puponga auf einem (kostenlosen) Platz keine 5 Meter von Strand entfernt (Danke an dieser Stelle an Tobi & Mareike: goldwert dieser Tipp!). 

Der Wecker klingelte am nächsten Tag um 6 Uhr in der Früh. 
Um den Whakariki Strand zu sehen ist es besser, diesen bei Ebbe zu besuchen – also ganz ganz früh morgens. 
Wir quälten uns aus dem Bett (Auto) und fuhren ca 20 Minuten zu einem Parkplatz an einer Schafweide. Dort stand ein Schild: 20 Minuten Fußweg zum Whakariki Beach, der Pfeil zeigte Richtung Schafweide. 
Na gut, also einmal quer durch hunderte Schafe über knallig grüne Wiesen zu laufen war schon eine verdammt coole Art zum Strand zu laufen. Da machte uns dann auch der Regen nichts mehr aus!

Am Strand gab es dann die nächste Überraschung: Robben! Es waren zwar nur drei insgesamt, aber wir konnten bis auf 10 Meter herangehen und die Tiere aus der Nähe beobachten – da hat sich das Aufstehen doch mal gelohnt! 

Bilder haben wir übrigens keine gemacht – es hat die ganze Zeit geregnet und wir haben bloß schnell ein paar Videos für unseren Vlog gemacht…

 

Geburtstag auf Weltreise

Am 14. Oktober hatte Luis Geburtstag. Wir haben jedoch nichts wirklich spektakuläres unternommen. 
In Nelson (einer wirklich schönen Stadt im Norden, unser nächster Halt nach dem Abel Tasman) haben wir zur Feier des Tages beschlossen, Essen zu gehen. 
Seit fast einem Monat waren wir nun schon in Neuseeland und wir haben es tatsächlich geschafft jeden Tag (außer ein Mal als Mareike und Tobi uns zum Essen eingeladen haben) selbst zu kochen. Darauf sind wir wirklich stolz, denn jeden Tag heißt auch jeden Tag, egal bei welchem Wetter…

Wir waren im coolsten Burgerladen, in dem wir je waren! Burger Culture (Trafalgar Street) in Nelson, können wir nur empfehlen!

Am selben Tag fuhren wir noch durch nach Blenheim, einer großen Stadt an der Nordküste. 

 

Alle Pläne über Bord geworfen – wie geht unsere Reise weiter?

Zwei Nächte blieben wir in Blenheim. In einer Nacht haben ich es dann auch endlich geschafft, ein Sternen Foto zu schießen. Das habe ich nämlich unglaublich lange probiert, bis es endlich geklappt hat…

 

 

Eigentlich war unser Plan wie folgt: wir bleiben zwei Monate auf der Südinsel und fahren dann in den Norden, wo wir bis Silvester bleiben. 
Die erste Woche in Christchurch mal ausgelassen waren 3 Wochen vergangen und wir hatten alles auf der Südinsel gesehen, was wir sehen wollten. So war das nicht geplant. Jetzt waren wir also am Ende unserer Rundreise in Blenheim angekommen und hatten noch 3 Wochen vor uns. Warum 3 Wochen? Weil am 7. November das Lorde Konzert, für das wir Karten haben ganz, im Süden, in Dunedin sein würde. Arbeiten würde in diesem Zeitraum nicht funktionieren, weil sich niemand Arbeitskräfte für 2 Wochen sucht. 
Die Ostküste hatten wir ja schon gesehen – was sollten wir also tun?

So beschlossen wir am zweiten Tag in Blenheim, die Südinsel zu verlassen. Das Konzert würden wir ausfallen lassen. 
Wir buchten die Fähre für den nächsten Tag – und vor drei Tagen trafen wir in der Hauptstadt Neuseelands, Wellington ein. 

 

 

Wie unsere Reise ausgesehen hat, könnt ihr übrigens in unserem neusten Video sehen!

 

 

 

So, jetzt ist alles wieder aktuell: wir sind gestern von Wellington die Westküste entlang gefahren. 
Wir sitzen gerade in der Bibliothek in Stratford und fahren gleich zum Mount Taranaki. Wie unsere Reise weitergehen wird, das wissen wir selbst noch gar nicht genau…

 

Regen Regen Regen – unsere Pläne fallen ins Wasser

Am Mount Taranaki hatten wir mal wieder einen unglaublichen Campingplatz – direkt am Fuße des Berges! 

 

 

Der Forgotten-World-Highway. Eine 150km lange Straße durchs Nichts. Aber durchs Nichts mit der schönsten Natur! So haben es überall gelesen. Wir dachten aber, der FWH läge irgendwo im Osten der Nordinsel (wo wir nicht hinfahren wollten) und haben uns deshalb nicht mehr mit dem Highway beschäftigt. 

Als wir dann am Morgen von Taranaki nach Taupo losfahren wollten stellten wir fest, dass uns MapsMe über den Forgotten World Highway leitete – was für ein cooler Zufall! Und los ging es für 6 Stunden bis nach Taupo.

 

 

Nach der Hälfte der Strecke kamen wir in der Republic of Whangamomona und holten uns sofort einen Stempel für unsere Reisepässe!

 

 

Und dann: Baby-Kühe! Einfach so am Straßenstrand. Ein Traum für mich!
Was ich jedoch in meinem Kuh-Rausch gar nicht mitbekommen habe: Papa-Kuh stand auf der anderen Straßenseite auf einem Hügel und muhte mich ein paar mal böse an bevor er dann auf mich los gestürmt kam… zum Glück bin ich doch noch im richtigen Moment losgelaufen – und hab ein paar gute Bilder machen können!

 

 

Am Ende des Forgotten World Highways gibt es ein Cafe in einem schönen alten Zugwaggon. Einfach super cool und das Essen dort war wirklich preiswert und genau das richtige für zwei hungrige Reisende!

 

 

Wir kamen also in Taupo an. Nach einer Nacht am Lake Taupo (wirklich direkt am Lake Taupo) wachten wir mit großen Plänen am nächsten Morgen auf. 
Der Plan: ein Kayak mieten und damit drei Stunden bis zu den Maori Rocks fahren. 
Was sind die Maori Rocks? Nun ja, es ist eigentlich einfach nur eine Felswand am Lake Taupo, in die Maori-Gesichter gemeißelt worden sind. Sieht auf jeden Fall absolut cool aus (auf den Google Bildern).

Also los. Früh aufgestanden, den Regen ignoriert, zum Kanu Verleiher gefahren. Dort standen wir dann leider vor verschlossener Türe. Nach einem sehr undeutlichen Gespräch mit unserem Kanu Verleiher (oder Kayak, was auch immer wir uns da ausleihen wollten) stellte sich nun heraus, dass der Gute seine Kanus/Kayaks bei Regen nicht verleiht (es regnet ja sooo selten in Neuseeland…). Mist. 

Da es laut Wetter-App für vier weitere Tage regnen sollte, beschlossen wir also die Kanufahrt sausen zu lassen und uns auf den Weg nach Rotorua zu machen. 

In Rotorua gibt es das Thermal Wonderland (welches wirklich sehr stinkt) und viele weitere Thermal Quellen, die überall rund um und in der Stadt verteilt sind (ja, es stinkt auch dort überall…).
Der Eintritt in dieses Wonderland kostet 32 Neuseeländische Dollar pro Person! Für eine Attraktion in Neuseeland hatten wir bis dahin noch keinen Cent bezahlen müssen – da kommen einem 32 Dollar schon wirklich hart vor. Wir haben es trotzdem gemacht. Und ein klein wenig bereut. 32 Dollar war dieser Park wirklich nicht wert. 

Der Gestank ist die eine Sache, die sich dort nicht vermeiden lässt. Ansonsten waren viele Quellen ausgetrocknet – wirklich schade. Aber naja, ein paar gute Bilder sind uns dann doch gelungen!

 

 

Auch die Bay of Plenty sieht bei den Google Bildern einfach nur atembraubend aus – bei strömenden Regen mit grauen Himmel ist das alles leider nicht so beeindruckend. Wir haben keine Bilder gemacht und sind auch nicht lange geblieben (eher durchgefahren…). Wir hatten nämlich andere Pläne.

Schon einige Tage zuvor hatten wir bei Facebook eine Anzeige zum Verkauf unseres Autos geschrieben. 
Entgegen all unserer Erwartungen (wir dachten wir müssten mehrere Wochen auf einen Käufer warten) meldeten sich unglaublich viele Backpacker, um unser Auto zu kaufen. 
Wir also in Tauranga (eine halbe Stunde nördlich von Rotorua) ohne Plan für diesen verregneten Tag als sich mal wieder jemand meldete, um sich sofort das Auto anzuschauen. 
Treffpunkt ausgemacht, hingefahren, Auto gezeigt – abgelehnt. Nicht modern genug, aha. 
Na toll, dachten wir uns, wenn das jetzt immer so geht war das wohl nichts mit einem schnellen Verkauf.
Von Hamilton, wo wir unsere ersten Interessenten getroffen hatten, fuhren wir das erste Mal in die größte Stadt Neuseelands, nach Auckland. Ein Pärchen aus Deutschland wollte sich ebenfalls das Auto anschauen. 

Angeschaut, gefahren – sie nehmen es! Wir hatten aber noch zwei Tage geplant und machten deshalb aus den Beiden das Auto am Mittwoch (2 Tage später) zu übergeben. Kein Problem, denn glücklicherweise hatten die Zwei bis zu dem Tag ihr Hostel gebucht. 

Kamera-Drama und der spontanste Tag unseres Lebens

Wir fuhren also sofort weiter, den Highway nördlich von Auckland bis zu einem Campingplatz direkt an den Waipu Caves. Wer sich mit Neuseeland beschäftigt, der kommt um den Begriff “Waitomo Caves” nicht drumrum. Das sind die berühmten Glühwürmchen Höhlen, in denen Pilzmückenlarven an der Decke kleben und blau leuchten. Das ganze sieht dann aus wie ein Sternenhimmel!

Problem: die Waitomo Caves kosten 50 Dollar Eintritt. Man sitzt mit vielen anderen Menschen in einem Boot, darf keine eigenen Fotos schießen und sieht die Glühwürmchen für maximal 10 Minuten. 
Zum Glück sind aber mal wieder auf unsere Freunde Mareike und Tobi gestoßen, die uns dann die Waipu Caves empfohlen haben. Genau das gleiche, wie die Waitomo Caves nur völlig kostenlos!

Da wir direkt an den Caves unsere Autos parken konnten (und dort übernachten), zogen Tobi, Mareike und ich am Mittwoch morgen um 7:30 in der Früh los (Luis mag keine Höhlen und schläft gerne aus) und machten uns mit Kopflampen, Kamera und Stativ auf in die Höhle. 

Ja es war wirklich so abenteuerlich wie es klingt – denn die Höhle war zum Teil mit Wasser geflutet (maximal knietief). 
Und die Glühwürmchen waren so unfassbar schön! Die ganze Decke leuchtete wie ein Sternenhimmel und das beste: wir waren die einzigen und konnten somit so viele Bilder machen wie wir wollten.
Und da passierte es. Mein Stativ ist bei der 8. Aufnahme umgekippt, mit Kamera drauf, komplett ins Wasser. 

Ja es ist leider so schlimm wie es sich anhört. Die Kamera ist kaputt. 
Glücklicherweise haben wir unsere Spiegelreflexkamera noch dabei und auch eine zweite Video Kamera. Aber die sind um Längen nicht so gut, wie die Systemkamera. 
Mehr als ärgerlich – aber nachdem alles so gut gelaufen war die ganze Zeit über, musste ja irgendwann so etwas passieren (ja ich glaube an Karma…), da bringt es auch nichts sich tagelang darüber aufzuregen.

Ich habe es auch trotzdem durchgezogen und bin mit den beiden noch für einige Zeit durch die Höhlen geklettert – mit der kaputten Kamera um den Hals. Mareike und Tobi waren auch noch so lieb, von mir und für mich auch ein paar Fotos zu machen, damit ich wenigstens ein gutes Bild mitnehmen kann.
Und hier sind sie: die Waipu caves!

 

 

Vielen Dank an Mareike und Tobi für die Bilder!

 

Nachdem wir fast zwei Stunden in den Höhlen waren, weckten wir Luis auf, machten gemeinsam Pfannekuchen und packten unsere Rucksäcke. Denn unser Plan war etwas planlos.

Wir fuhren zurück nach Auckland und trafen uns mit den Käufern unseres Autos in ihrem Hostel. 
Dann füllten wir den Papierkram (ein Formular) aus und übergaben die Schlüssel. 
Einen Monat war dieses Auto unser Zuhause gewesen…

Es ging für uns direkt zum Flughafen (14 Uhr). 
Bis zu diesem Zeitpunkt hatten wir keinen einzigen Flug gebucht. Also buchten wir einen Flug in das nächste Land und eine Unterkunft. Die Nacht verbrachten wir dann am Flughafen, um uns das Geld für eine Nacht im Hostel zu sparen. 
Um 7:20 Uhr am nächsten Morgen stiegen dann in unseren Flieger und verließen Neuseeland. Einfach so. Alles war so spontan gewesen, dass es uns schwer fiel, zu realisieren, was da gerade passierte…

 

Neuseeland – unser Fazit

Für uns war Neuseeland das perfekte Land, um unsere Reise zu starten. Alles ist sehr westlich orientiert, wir mussten uns zusätzlich zu dem Gefühlschaos nicht auch noch mit einem Kulturschock herumschlagen.
Die Menschen waren ausgesprochen herzlich und wir fühlten uns (fast) immer willkommen – hoffen wir einmal, dass es so bleibt…

13 Gedanken zu „BLOG: Mit dem Auto durch Neuseeland

  1. Ein wirklich schöner Einblick. Würdet ihr das so wieder machen mit dem Auto? Gibt sicherlich auch Leute, die für das Backpacking dort ein Auto kaufen und später wieder verkaufen. Stelle ich mir interessant vor. Auch jeden Fall danke für den Beitrag. Jetzt muss ich da wohl auch mal hin… 😉

    1. Dankeschön! Ja wir reden oft darüber und sind uns einig: das würden wir nicht nur noch einmal so machen – das werden wir. Eine zweite Reise nach Neuseeland steht für uns beide fest und ein Auto werden wir wieder kaufen, denn eines zu mieten ist einfach viel teurer und weniger aufregend.. 🙂

  2. Hallo ihr zwei! Toll, was ihr schon alles erlebt habt und dass wir dabei sein können. Wunderschön!!! Wir wünschen euch weiterhin eine super Zeit. Diese Erfahrungen kann euch niemand mehr nehmen. Weiterhin viel Spaß und passt auf euch auf. L. G. Arno und Helga

  3. Ein ganz liebes Hallo an Euch beide aus Kreuzau, ich bin eine Arbeitskollegin von Angelika. Es ist schön, dass Ihr zwei so gut in Neuseeland angekommen seid. Die Zeit, die Ihr jetzt vor Euch habt, ist mit Sicherheit spannend und Ihr werdet viele Eindrücke bekommen, garantiert sehr nette Menschen kennenlernen und enorm viel lernen.
    Ich wünsche Euch von Herzen viel Glück. Seid gewiss, dass viele Menschen an Euch denken, sich nach Euch erkundigen und Interesse zeigen.
    Hier ist derzeit alles typisch deutsch :-), sowohl wettermässig (alles dabei von Sonne bis Regen) als auch der Alltag … Schauen wir mal, wie es dem FC demnächst ergeht… ein Pünktchen hat er ja inzwischen geschafft und das Daumen drücken geht weiter, dass es jetzt doch mal los geht. Ein Gerücht geht derzeit, dass Claudio Pizarro zu Köln gehen könnte… ist aber möglicherweise nur ein Gerücht.
    Lasst es Euch gut gehen und erlebt viele schöne Momente…. Seid herzlichst gegrüßt von Bettina

  4. Ja Mami und Papi haben das gerne gemacht, obwohl es sehr weh tut das ihr Kinder soweit weg seit!
    Wir wünschen euch von Herzen! eine tolle Zeit dort. Erfahrungen, Bilder, Eindrücke sowie die Menschen die ihr auf dieser Reise kennenlernt, werden euch ein ganzes Leben lang begleiten.

    Wir sind stolz auf euch!

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