BLOG: Malaysia – wir lieben dieses Land

Eine nervenaufreibende Anreise

Wer unseren Beitrag über unsere Zeit in Indonesien gelesen hat weiß: Mount Agung, der Vulkan auf Bali, hat uns ganz schöne Probleme bereitet. 
Nach unseren 30 Tagen in Indonesien sollte es mit dem Flugzeug weitergehen nach Kuala Lumpur, Malaysia. Doch ausgerechnet am Tag unserer Abreise ging das Spektakel mit dem Vulkan los: alle Flüge vorerst gestrichen. Keiner kann sagen wie lange. Keiner kann versprechen, dass man bald weiterreisen kann. 
Wir haben absolutes Verständnis und waren weder sauer auf die Airlines, noch auf irgendjemanden sonst. Wer kann schon etwas gegen eine solche Naturgewalt tun? Ein Vulkanausbruch auf der Nachbarinsel: irgendwie aufregend. Trotz alldem aber auch verdammt ärgerlich, da wir fast eine ganze Woche unserer Reisezeit in Malaysia verloren haben (und eine Menge Geld…). 

Letztendlich haben wir es aber geschafft und saßen dann am 30. November im Flieger nach Penang. 
Eigentlich wollten wir in Kuala Lumpur starten, da wir jedoch nach Surabaya (Java) fliegen mussten, war dies der günstigste Flug nach Malaysia. 
Passte uns auch ganz gut denn unsere Route sollte von Kuala Lumpur nach Penang gehen, so haben wir uns eine lange Busfahrt gespart. 

 

George Town: Kunst, Gastfreundlickeit und die Cola in der Tüte

Der erste Stopp unserer Malaysia-Reise: George Town. 
Liegt an der Westküste Malaysias und ist ein sehr beliebtes Städtchen vor allem bei Backpackern und Studenten. Es gibt unzählige Bars und am Abend erwacht die Stadt erst richtig zum Leben. 
Unsere Unterkunft war das Thirty Three Stewart Houze (nein, kein Schreibfehler) keine zwei Gehminuten von der belebtesten Straße  in George Town. 
Da Malaysia ein relativ teures Reiseland ist (jedoch nur was Unterkünfte angeht) haben wir uns dieses Mal ein Mehrbettzimmer gebucht. Ein Zimmer mit vier ziemlich geräumigen Kapseln. Glücklicherweise war außer unserer nur eine weitere Kapsel besetzt und wir konnten die zwei Nächte in George Town gut schlafen. 
Wir zahlten 15 Euro pro Nacht inklusive Frühstück und der Tourismus Abgabe von 2€, welche seit dem 1. September diesen Jahres berechnet werden muss.

George Town ist voll von Kunstwerken, an jeder Ecke gibt es ein neues Gemälde oder Graffiti.

 

 

Achja, die Cola in der Tüte. 
Schon vor Abreise war für Luis klar: Asien bedeutet Cola in der Tüte. Er findet das einfach so cool. Ist es ja auch irgendwie, oder? 
Die nette Dame im Foodcourt war sichtlich verwirrt, als wir darauf bestanden die Tüte zu nehmen, statt einer Dose…

Die Menschen in Malaysia sind unglaublich herzlich. Vielleicht kommt uns das auch nur so vor, weil wir frisch aus Indonesien gekommen sind und die Leute dort sehr oft nicht besonders nett waren. 
Bevor wir nach Asien gereist sind, haben wir von der großartigen Gastfreundschaft gelesen. Auch in Indonesien. Vielleicht hatten wir einfach etwas komisches an uns, doch die Menschen in Indonesien waren meist sehr unhöflich und unfreundlich uns gegenüber. 
In Indonesien wurden wir angestarrt und ausgelacht, immer dort, wo sich halt normalerweise keine Touristen aufhalten. Sei es auf einem Markt oder in einem lokalen Warung. 
Man sagte uns: besucht die untouristischen Gegenden, esst und lebt mit dem Locals! 
Das war kaum möglich.
Wir versuchten des öfteren bei kleineren nicht touristischen Warungs (so heißen die Restaurants in Indonesien) essen zu gehen, da es dort die “wahre” indonesische Küche geben sollte und es zudem noch viel preiswerter war als in den Touristenhochburgen. 
Wir wurden fast immer ausgelacht und angestarrt, man versuchte nicht nur einmal und mit den Preisen über den Tisch zu ziehen (die Preise standen an Tafeln, die Locals verlangten teilweise das vierfache). 

Hier in Malaysia ist das ganz anders. 
Jeder ist freundlich und gerade in den Gegenden, wo sich Touristen normalerweise nicht hin verirren, wurden wir mit der größten Herzlichkeit empfangen. 
Definitiv einer der Gründe, wieso wir uns schon nach einem Tag in Malaysia so wohl fühlten.

George Town Vlog? Jepp!

 

 

Ein kurzer aber teurer Stopp in den Cameron Highlands

Nach zwei Tagen ging unsere Malaysia Reise schon weiter. Mit einem wirklich gut ausgestatteten Reisebus fuhren wir 6 Stunden in die Berge, für nur 8 Euro pro Person.
Am Ticketschalter für den Bus sagte man uns die Fahrt würde 4 Stunden dauern. 
Nein, in Malaysia darf man niemals auf die Zeitangaben bauen. Niemals. 
Nach mehr als 6 Stunden kamen wir an der Busstation in Tanah Rata an. Dank des super gemütlichen Buses relativ ausgeschlafen und voller Lust die Berge Malaysias kennen zulernen.

Da gab es aber auch schon ein Problem: unser Hotel befand sich im Nebendorf, Brinchang. Da in den Cameron Highlands bloß ein einziger öffentlicher Bus verkehrt (welcher keinen festen Zeitplan hat sondern einfach zweimal am Tag fährt und niemand sagen kann wann genau das sein wird) mussten wir uns ein Taxi zum Hotel nehmen. 
Eigentlich kein Problem, denn Taxis sind eigentlich ziemlich preiswert hier in Malaysia. Eigentlich.
Wir haben den einen Tag erwischt, an dem einfach alles zusammen kam: Wochenende, Anfang der Schulferien und dazu noch ein Feiertag. Dementsprechend durften wir uns erstmal über den vierfachen Taxipreis ärgern. 

Die Cameron Highlands sind wohl eine ziemlich beliebte Gegend. Woran man das merkt? Die Hotelpreise sind unglaublich hoch. Viel höher als sonst wo in Malaysia. Also wählten wir das günstigste, mit 30€ für eine Nacht in einem Doppelzimmer ohne Bad und ohne Frühstück. Dafür haben wir in auf Gili Meno vier Tage in einem eigenen Bungalow gewohnt. Naja, wir wollten die Camerons sehen, also blieb uns nichts anderes übrig. 
Wir hatten also nur diesen einen Nachmittag und es war bereits 4 Uhr.  
Eingecheckt, frisch gemacht und schon hieß es wieder Taxi suchen. Die berühmten Teeplantagen befinden sich nämlich in Tanah Rata, was auch sonst. 
Wir zahlten dieses Mal sogar noch etwas drauf, dafür fuhr uns der wirklich nett Taxifahrer zu den Teeplantagen, wartete dort eine Stunde und brachte uns dann zurück zum Hotel.
Der Fahrer sprach unglaublich gutes Englisch. Es war ganz schön viel Verkehr also hatten wir eine 20-minütige Autofahrt Zeit über die Politik in Malaysia zu diskutieren und erfuhren viele Interessante Dinge.

Der Staat Malaysia gehört zu 80% dem Islam an. Die muslimischen Kinder werden bei ihrer Schulausbildung und dem Studium finanziell unterstützt. Alle anderen gehen leer aus (z.B. Inder). Auch der Bau von Moscheen finanziert, wohingegen die Hindus zum Beispiel ihre Tempel selbst bauen müssen. Unser Taxifahrer war übrigens ein Inder, dessen Familie seit Generationen in Malaysia lebt.

Jeder malaysische Staatsbürger muss sich bei der Botschaft melden, bevor er das Land verlässt. Dort wird registriert wo man sich im Ausland aufhält. Im Falle einer Krise schickt der Staat dann einen privaten Jet, um seine Einwohner aus der Krise herauszuholen. So war es zum Beispiel als der Vulkan auf Bali ausgebrochen ist. Oder als der Krieg in Syrien begonnen hat und Malaysia seine dortigen Studenten zurück in Land holte. 

Angekommen bei den Teeplantagen zahlten wir 1 Ringit pro Person als Eintritt (0,20€).
Der Ausblick war einfach sagenhaft. Dass es so schön sein würde, hätten wir niemals gedacht. Sofort war das viele Geld, das wir in die Taxifahrten investieren mussten, vergessen.

 

 

Zurück nach Brinchang hieß es für uns dann erstmal: Essen. Endlich! 
Den ganzen Tag schon nichts gegessen, außer ein paar Keksen. 
Da es kaum europäische Touristen in diesem Ort gab, überkam uns wieder mal die Angst davor in einheimische Restaurants zu gehen. Wir liefen an mehreren chinesischen Restaurants entlang und zu unserer Überraschung kam jedes Mal eine Bedienung raus, um uns die gesamte Speisekarte zu übersetzen. Und das, obwohl ausschließlich Chinesen (so sah es zumindest aus) in den Restaurants saßen! Wir waren so überwältigt, dass wir einfach das günstigste auswählten. Das nette Mädel (Chinesin) half uns dabei auszuwählen was wir essen wollten und erläuterte uns dazu noch die Preise. 
Im Endeffekt bezahlten wir keine 6 Euro für drei Nudelgerichte und zwei eisgekühlte Nescafe. Es schmeckte prima und die Kellnerin (wenn man das so nennen kann) half uns sogar noch dabei einen kleinen Laden zum einkaufen zu finden. 
Wir deckten uns mit ein paar Kleinigkeiten für die nächste Busfahrt ein und im Hotel schliefen wir während eines wirklich miesen Bollywood Films sofort ein. Ein langer und am Ende wirklich schöner Tag ging zu Ende.

 

Vlog Cameron Highlands – hier unten!

 

 

Wir fahren mit dem Boot in den Dschungel? Oh!

Als wir in den Cameron Highlands angekommen waren, waren wir gezwungen, sofort einen Bus für den nächsten Tag in den Nationalpark zu buchen. Warum? Die Dame am Busterminal erklärte uns, dass genau ein Minivan die Highlands zum Nationalpark am Tag verlässt. Und zwar der um 8 Uhr morgens. Um diesen zu buchen, müssten wir persönlich zu ihr kommen, falls wir nicht sofort buchen wollten. Natürlich dachten wir zuerst, dies sei eine Touristenfalle. Nachdem ich mich aber schnell online über den normalen Buspreis informiert hatte (80 Ringit pro Person) war klar, dass sie es bloß gut meinte. Wir buchten den Bus also sofort, da wir nicht noch einmal ein teures Taxi zum Terminal nehmen wollten. Wir zahlen 65 Ringit pro Person und verstanden zu diesem Zeitpunkt noch nicht, wieso diese Fahrt so “teuer” war.

Am nächsten Morgen wurden wir um 7:45 Uhr vor unserem Hotel abgeholt. Wir waren die ersten. Der Fahrer sprach kein Englisch, sammelte lediglich unsere Tickets ein und holte noch zwei weitere Backpacker an ihren Hotel ab (Italiener). 
Das sollte es auch schon gewesen sein. Unsere Fahrt in den Dschungel konnte beginnen.

Nach 2 Stunden machten wir eine Pause an einer Tankstelle. Ich kaufte zwei Pakete Taschentücher, da es auf den öffentlichen Toiletten in Malaysia nie Toilettenpapier gibt. Das war auch das erste Mal, wo ich der Loch-im-Boden-Toilette begegnete. Ein merkwürdiges Bild, wenn man sein Leben lang normale Toiletten benutzt, selbst die Plumsklos in Neuseeland hatten zumindest eine Klobrille. Aber man gewöhnt sich an alles.
Am Morgen bevor wir abgeholt wurden gab es noch ein ATM-Drama. Wir hatten nicht mehr genug Bargeld und im Nationalpark gibt es keine Geldautomaten. Wir gingen also eine halbe Stunde früher aus dem Hotel, um noch eben etwas Geld zu holen. Gott sei Dank sind wir immer sehr überpünktlich und planen extrem viel Zeit für alles ein. Das hat uns an diesem Tag echt den Hintern gerettet. Denn wie sollte es anders kommen: der Geldautomat funktionierte nicht. Also musste Luis nochmal eben zum nächsten ATM sprinten (es war wirklich verdammt knapp) und bekam dort glücklicherweise Bargeld.
An der Rast-Tankstelle gab es nämlich drei ATMs – alle kaputt. Welch ein Glück, dass wir vorher noch daran gedacht hatten…

Nach insgesamt 4 Stunden im Minivan hielt unser Bus an einem kleinen Hafen. Der Busfahrer schmiss und wortlos aus dem Bus, mit Erklärung war da nichts. Also liefen wir vier verwirrt zum Schreibtisch im Hafengebäude und gaben unsere Tickets ab. Ja, von hier an würde uns ein Boot abholen und in den Nationalpark bringen. Wartezeit: 2,5 Stunden. 
Wir zahlten den Parkeintritt und eine Kamera Liezens (8 Ringit – ca. 1,60€) und setzten uns in ein paar gemütliche Plastik Stühle, mit Blick auf den Fluss. Ein wahnsinns Bild.

 

 

 

Nach 2 Stunden ging es auch schon los: “boat to Kuala Tahan is leaving now – takes 3 hours!” 3 Stunden? Bitte was? Das mussten wir falsch verstanden haben. 
Wir stiegen in das wirklich kleine, schmale Holzbötchen (8 Mann + Kapitän) und die wohl schönste Bootsfahrt unseres Lebens begann. Die erste halbe Stunde war alles super beeindruckend. Wir konnten uns gar nicht satt sehen an dem ganzen Grün, dem Dschungel. Wir entdeckten sogar eine Herde Wasserbüffel, die am baden waren und einen wirklich großen Waran! 

 

 

 

Es war wirklich schön und unvergesslich. Aber (Achtung: Luxusproblem!) nach einer Stunde wurde es ein klein wenig eintönig und ich schlief ein, für den Rest der Bootstour. 

Die Fahrt dauerte wirklich 3 volle Stunden. Wir legten an einem der vielen Floating Restaurants an und bezahlten noch einmal 20 Cent pro Person, um ans Ufer zu kommen. 
Wir packten unsere Rucksäcke aus (wir haben eine wirklich gute Rucksackhülle, die jeden Schmutz abhält und sogar regenfest ist) und marschierten schweißgebadet und sehr müde zu unserem Hotel.
Der Besitzer war wirklich freundlich uns ließ uns ein paar Stunden Zeit, um uns auszuruhen, ehe wir bezahlen mussten.
Auch das Dorf am Nationalpark war verhältnismäßig teuer. Wir zahlten 25 Euro die Nacht ohne Frühstück. Dafür war unser Zimmer wirklich schön und sehr sauber. Wir hatten ein eigenes Bad und sogar warmes Wasser – obwohl wir bei 35 Grad im Dschungel doch noch auf heißes Duschwasser hätten verzichten können! 
Rani, der Besitzer, erzählte uns viel über den Park und das Dorf. Vor ein paar Monaten erst war ein Mann von einem Python gefressen worden, weil er alleine in den Dschungel gelaufen war. Ja, wir fühlten uns nun wirklich in der Wildnis angekommen. 
Wir hatten überlegt eine Nachtwanderung in der Dschungel zu buchen, Rani riet uns jedoch davon ab (obwohl er selbst von der Buchung profitiert hätte!). Er erklärte uns, dass man heutzutage kaum noch freie Tiere sehen könne, selbst in der Nacht. 
Er empfahl uns den Canopy Walkway. Dieser war auch der Grund, wieso wir uns überhaupt für die Reise in den Nationalpark entschieden hatten. 
Dieser Track ist eine Art Rundgang 45 Meter hoch in den Bäumen, 1,5 km tief im Dschungel.
Nach einem günstigen Abendessen (Reis, Hühnchen Süß-Sauer) ging es für uns mal wieder früh ins Bett denn der Tag hatte seine Spuren hinterlassen. 

Am nächsten Morgen wollten wir früh los, um im Dschungel zum Canopy Walkway zu wandern. Der Wecker klingelte um 7 Uhr. Es regnete jedoch so stark, dass wir uns lieber dazu entschieden noch ein paar Stündchen die Augen zu zumachen (ein paar viele Stunden..).
Unglaubliche 6 Stunden später wachten wir erst auf (13 Uhr). Den Schlaf hatten wir aber auch wirklich gebraucht…

Auf unserem liebsten Floating Restaurant Liana  bekamen wir ein riesiges (und leckeres) Frühstück für bloß 3,50€: 3 Roti (indisches Fladenbrot) mit Ei Banane Zwiebeln, eine Schüssel mit Wassermelone, drei 1,5 Liter Flaschen Wasser, zwei Spiegeleier mit Zwiebeln, drei Scheiben Toast mit Marmelade. 
Wenn das mal kein ordentliches Frühstück ist! 
Gut gestärkt bezahlten wir wieder 20 Cent und wurden von einem der Köche rüber auf die andere Seite des Flusses gefahren. Jetzt sollte es losgehen, das Abenteuer. 

Wir hatten uns extra lange Kleidung abgezogen, da viele Leute uns vor den Blutegeln gewarnt hatten. Gut so, denn wir trafen die beiden Italiener am Eingang des Parks und die beiden erzählten (von oben bis unten voll mit Schlamm), dass sie einige Male von den kleinen Blutsaugern gebissen worden waren. Außerdem erfuhren wir, dass der Canopy Walkway geschlossen war. Wegen Regen. Im Regenwald. Finden wir immer noch merkwürdig. 

Wir beschlossen, es trotzdem zu versuchen. Die beiden Backpacker hatten es einige Stunden vorher versucht, wir hofften, dass der Walk wieder geöffnet war.
Mehrere Leute kamen uns jedoch entgegen und konnten uns nichts anderes erzählen. Also drehten wir nach eine Stunde wieder um. Die Enttäuschung war groß, aber wir haben trotzdem einige Tiere sehen können – ein kleiner Trost!

 

 

 

Einen Vlog haben wir über den Nationalpark natürlich auch!

 

 

Zurück im Hotel mussten wir auch wieder mal anfangen zu packen. Am nächsten Morgen um 9 Uhr verließen wir das Tebing Guesthouse und machten uns auf den Weg zur Bushaltestelle. Wir nahmen den öffentlichen Bus (3 Euro für 2 Personen und 2 Stunden Fahrt) und trafen auch unsere italienischen Freunde wieder.
Wir erreichten Jerantut, eine große Stadt auf der Hälfte nach Kuala Lumpur, und verpassten gerade den nächsten Bus in die Hauptstadt. 
4 Stunden mussten wir nun warten, bis wir endlich in den nächsten Bus steigen konnten. Leider hatte es auf den letzten 10 Minuten wie aus Eimer geregnet und wir waren klitschnass. Der Bus war leider extrem klimatisiert (ungelogen 12 Grad) und so froren wir die ganze Busfahrt, 4 Stunden lang. 

Natürlich musste ich deshalb krank werden.

 

AirBnB: Versuch 1 ist gescheitert

In Kuala Lumpur haben wir uns das erste Mal für eine AirBnB Wohnung entschieden. 
Preis, Lage und ein ziemlich cooler Pool haben am Ende die Hostels aus dem Rennen geworfen.
Doch diese Entscheidung würden wir leider schon bald bereuen.

Da die Busse in Malaysia wirklich niemals pünktlich sind, kamen wir erst gegen 7 Uhr abends in der Hauptstadt an. 
Mit einem Grab-Taxi (günstiges online Taxi in Asien mit festen Preisen und Fahrern, die Bewertungen haben) ging es für uns zur angegebenen Adresse von der Buchungsbestätigung des AirBnB’s.
Ausgestiegen, bezahlt und los ging der Spaß.

Chin, der Gastgeber der Wohnung, hatte einfach seit über eine Stunde nicht mehr geantwortet. Ich hatte ihm unsere Ankunftszeit am Busbahnhof mitgeteilt, da das Taxi ca. eine Stunde brauchen würde. Da war noch alles in Ordnung, wir sollten einfach an der beschriebenen Adresse auf ihn warten. Das taten wir. In einer dunkle, verlassenen Straße. 
Nach 20 Minuten hatte Chin auf weitere 5 Nachrichten nicht reagiert und uns überkam Panik. 
Ein Bewohner der Straße hatte uns bemerkt und fragte freundlicherweise, ob wir Hilfe benötigten. Wir erklärten ihm die Situation und er schickte uns zu einer großen Wohnanlage, 20 Minuten zu Fuß von unserem derzeitigen Standort. Wir sollten es dort versuchen, da er sich gut vorstellen könne, dass dort die Leute wohnten, die wir suchten. Ratlos wie wir waren nahmen wir seinen Vorschlag an und stapften mit unserem Gepäck (welches irgendwie immer schwerer wurde…) zum riesigen Wohnkomplex.

Immer noch keine Antwort von Chin. Mittlerweile waren es 9 Uhr und wir fragten die Security vor dem Gebäude um Rat. Sie riefen Chin mehrere Male an, keine Antwort. 
Der Wachmann suchte dann schließlich seine Festnetznummer aus dem Computersystem und endlich meldete sich Chin. 
Fünf Minuten, dann sei er unten, um uns abzuholen. Von wegen. Nach 45 Minuten wurden wir abgeholt. Dass wir etwas genervt waren, konnte er nicht verstehen. 

Naja, wir waren endlich angekommen und sehr müde also war unser Ärger schnell vergessen und wir freuten uns auf das gemütliche Bett von den Bildern. Wieder nichts. Das Zimmer war ein ganz anderes als auf den Fotos. Ziemlich heruntergekommen und muffig, aber wir wollten nur noch schlafen also akzeptierten wir das Zimmer und packten unsere Rucksäcke aus. 

Da fiel mir noch ein, dass Chin nichts zum Frühstück gesagt hatte. Also ging ich ins Wohnzimmer und fragte nach. Daraufhin lachte er bloß und versicherte mir, es sein kein Frühstück im Preis inbegriffen. Ich zeigte ihm meine Buchung (wo ganz deutlich “Frühstück inklusive” drin stand) und er lachte wieder. Nein, es gäbe kein Frühstück für uns. 

An diesem Punkt reichte es uns. Wir kontaktierten AirBnB und die Mitarbeiter schrieben Chin eine Email. Er müsse uns zumindest Frühstück anbieten, sonst wäre er gezwungen uns das Geld zurück zu zahlen. Chin war stinksauer darüber, dass wir “einfach so”, “ganz ohne Grund” AirBnB kontaktiert hatten um uns zu beschweren. Trotz allem würde er uns “etwas Brot” besorgen. 
Das war auch das einzigste was wir zum Frühstück bekamen: eine Packung Toast. Trocken. Nachdem das leer war, bekamen wir kein Neues. 

Wir redeten kein Wort mehr miteinander und Luis und ich waren einfach nur froh die Wohnung nach 4 Tagen wieder verlassen zu können. Geld haben wir nicht zurück bekommen. Dafür bekam Chin die wohl schlechteste Bewertung seines Lebens. 

 

Kuala Lumpur: die schönste Stadt unserer Reise?

Kaum einen Tag in der Hauptstadt angekommen ging es auch schon los. Sightseeing!
Fünf Minuten Gehweg zur Bahnstation Setiawangsa. Eine Fahrt ins Zentrum der Stadt kostete uns ca 40 Cent pro Person. Am Eingang der Station gab es einen Getränkeautomaten: 20 Cent für eine große Dose Eistee – gekühlt! Ein Traum, vor allem für Luis (der jegliche Art von Softgetränken liebt).

KLCC, der zentrale Bahnhof direkt an dem berühmten Wahrzeichen Malaysias: den Petronas Towers.
Schon bei Tag ein unwirklicher Anblick. Mit 452 Metern sind die Zwillingstürme größer als der Eiffelturm! 
Vor den Türmen gibt es ein riesiges, top modernes Einkaufszentrum. Alles ist weihnachtlich geschmückt, überall sorgen Weihnachtslieder für langanhaltende Ohrwürmer. 
Das erste Mal kamen wir so richtig in Weihnachtsstimmung. 
Am Eingang der Mall steht ein gigantischer Weihnachtsbaum – es wurde immer besser. 
Doch das war bloß unser erster Eindruck bei Tageslicht. 

Am zweiten Tag fuhren wir mit dem Zug eine halbe Stunde raus aus der Stadt zu den Batu Caves.
Eine 100 Meter hohe Höhle, in welche Tempel eingebaut sind. Vor der Höhle steht eine riesige goldene Statue. Überall klettern Affen herum und ärgern die vielen Touristen.

 

 

Eintritt kosten die Caves nicht: wenn man jedoch kurze Hosen oder einen Rock trägt muss man sich (sofern man keinen eigenen mitbringt, wie ich in diesem Fall) einen Sarong für umgerechnet einen Euro ausleihen. Das Zugticket kostet für Hin- und Rückfahrt bloß 80 Cent.
Das ist doch mal wirklich ein günstiger Ausflug!

Die Stufen hinauf zur Höhle sind sehr steil und bei 32 Grad und hoher Luftfeuchtigkeit kann man wirklich in schwitzen kommen. 
Oben angekommen ist diese Anstrengung jedoch schnell vergessen: der Ausblick ist unbezahlbar!

 

 

In der Höhle selbst gibt es nicht besonders viel zu sehen: ein großer Souvenir Laden, einige Baustellen und ein kleiner Tempel. 

 

 

 

Der letzte Tag sollte für uns auch der eindrucksvollste werden. 
Tagsüber bummelten wir durch die Stadt und gegen Abend machten wir uns auf den Weg zu den Petronas Towers (wieder einmal). Vor dem Weihnachtsbaum ist ein großer Brunnen und um diesen herum gibt es einen großen, sehr grünen Park. Perfekt um einen gemütlichen Spaziergang zu machen. 
Die Türme und den ganze Park am Abend hell beleuchtet zu bestaunen war definitiv ein Highlight unserer Reise!

 

 

Das Video zu Kuala Lumpur gibt es übrigens hier: 

 

 

 

Letzter Halt: Melaka – klein Holland in Asien!

Glücklich das AirBnB verlassen zu können, machten wir uns am Morgen des 9. Dezembers auf den Weg zum Busterminal Kuala Lumpurs. Und was für einer das war! 
Unglaublich gut organisiert, fast schon wie ein Flughafen! Mit unseren online Tickets mussten wir tatsächlich zum Check-in und bekamen dort unseren Boarding Pass (verrückt). Man schickte uns zum passenden Gate und wir warteten aufs Boarding. Es gab sogar eine Anzeigetafel, wie im Flughafen. Und das für eine 3 Stunden Fahrt für 2 € pro Person in einem super modernen Reisebus. Bus fahren in Malaysia macht einfach nur Spaß.

Der Busfahrer hörte die ganze Fahrt über eine CD von Modern Talking, gute Laune war also vorprogrammiert. 
In Melaka angekommen nahmen wir den Local Bus für 30 Cent um in die Stadt zu kommen. 
Von dort aus mussten wir noch 20 Minuten zum Hostel laufen – alles kein Problem denn der Tag lief irgendwie ganz gut für uns.
Das Hostel war einfach aber sehr sauber. Dieses Mal hatten wir uns ein Zweibettzimmer ohne Frühstück mit geteiltem Badezimmer genommen. Leider gab es bloß noch ein Zimmer mit einem Etagenbett – aber auch das konnte uns die Laune nicht vermiesen. 

Einen Tag hatten wir Zeit und Melaka anzuschauen. Am 11. sollte es für uns nämlich mal wieder weitergehen.
Also nutzen wir den nächsten Tag und schlenderten gemütlich durch das kleine Holland Asiens. 
Da es wirklich sehr europäisch aussieht gab es natürlich unglaublich viele Chinesen, die zu Hunderten von Reisebussen in die Stadt gekarrt wurden. 

Es war wirklich ein wenig wie nach Hause kommen (naja, nach Holland). Die Menschen waren mal wieder sehr entspannt und freundlich. Es gab eine Menge Kunst an den Hauswänden, wie auch schon in George Town. Am Abend wurde ein großer, (und lauter) Nachmarkt in der Jonker Street aufgebaut. 
Luis besuchte für 15 Ringit (3€) nach drei Monaten endlich wieder einen Friseur auf und ich bekam für 6 Ringit ein wirklich leckeres Erdbeer-Eis. 
Zusammengefasst: es war ein echt guter Tag!

 

 

In Melaka kam dann auch der erste schlimme Tag meiner Erkältung. 
Sehr kaputt und mir wenig Kraft machten wir uns am Morgen des 11. Dezember auf den Weg ins Zentrum der Stadt, um den Bus zum Busterminal zu nehmen. Dieser fuhr zwei Mal an uns vorbei und so blieb uns nichts anderes übrig als ein Grab-Taxi zu rufen. Für 3 Euro kamen wir doch noch rechtzeitig am Busbahnhof an und konnten uns in den Bus nach Singapur setzen. 

 

Fazit Malaysia: wir sind begeistert!

Eigentlich stand Malaysia nicht auf unserer Liste: auf unserer Reise wollten wir dieses Land zuerst überhaupt nicht bereisen. Jetzt können wir sagen: was für ein Glück, dass wir uns um entschieden haben!

Die Menschen sind unglaublich herzlich.
Das Essen ist extrem preiswert und es gibt eine riesige Auswahl, egal wo man ist.
Die Busse sind modern und für die weiten Strecken sehr günstig.
Es hat sehr viel Spaß gemacht dieses Land zu bereisen und wir können es jedem empfehlen. 

Malaysia Rundreise: TOP! 

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